Die Geschichte der Mütterzentren

„Frauen erhebt Euch und die Welt erlebt Euch! Kriecht aus Euren Schneckenhäusern, die Ihr für Euch und Eure Familien so liebevoll als Schutzwälle in dieser Gesellschaft gestaltet und erhaltet, und in die Ihr Euch viel zu oft gemütlich verkriecht oder irritiert zurückzieht. Erobert Euch mit Euren Kindern einen Platz in der Öffentlichkeit. Gründet Mütterzentren!“

 

- Auszug aus dem Buch "Mütter im Zentrum. Mütterzentrum"

Die Idee der Mütterzentren entstand Ende der 1970er Jahre im Rahmen eines Forschungsprojekts des Deutschen Jugendinstituts (DJI), das im Auftrag des damaligen Familienministeriums durchgeführt wurde.

Ziel war es, die Familienhilfe und die  Elternbildung so zu gestalten, dass sie nicht nur eine bildungsorientierte Mittelschicht ansprechen, sondern auch ein vielfältigeres Spektrum an Familien zu erreichen.

Die Erkenntnisse des Forschungsprojekte führten 1981 zur Gründung der ersten drei Mütterzentren in Salzgitter, München-Neuaubing und Darmstadt. Die vom DJI wissenschaftlich begleiteten Zentren wurden zum Modell für Selbsthilfe und Gemeinschaft: Mütter organisierten und verwalteten die Zentren selbst, boten alltagsnahe Beratung an und schufen offene Orte der Begegnung. Kinder waren immer willkommen, während die Interessen der Mütter im Mittelpunkt standen.

1983 veröffentlichte das Buch „Mütter im Zentrum – Mütterzentrum“, das die Erfahrungen der ersten Mütterzentren zusammenfasste und Frauen deutschlandweit zur Gründung weiterer Zentren motivierte. Schon bald wuchs die Bewegung: Über 400 Mütterzentren entstanden in Deutschland, alle geprägt vom Prinzip der Selbstorganisation und dem offenen Konzept eines öffentlichen Wohnzimmers.

Mit der Zeit wurde das Modell auch international bekannt. Heute gibt es Mütterzentren nach deutschem Vorbild in 15 Ländern, darunter die Niederlande, Tschechien, Kenia und die USA. Sie sind im Netzwerk MINE e.V. verbunden und stehen weltweit für Empowerment und Selbsthilfe.

Die Geschichte des MüZe Süd

Das MüZe Süd Familienzentrum e.V. gründete sich im Jahr 1988. Zu Beginn trafen sich die Mütter, Frauen und Väter in Privatwohnungen. Später bezogen sie eine Dreizimmer-Wohnung in der Arminstr. im Stuttgarter Süden und seit 2001 befindet sich das MüZe Süd als Kooperationspartnerin im Generationenhaus Heslach.